Unsere Geschichte

1986 - Vorgeschichte

1993 - Erkundungsreise

1994 - Umzug nach Magdeburg und erste Gottesdienste

1996 - Gemeinderaum Westring 3 (vorn) bezogen

1998 - Seitenhaus im Westring 3 zusätzlich angemietet

2007 - Umzug in die Maxim-Gorki-Str. 31/37

2009 - Wegen des Dienstes im impact-Verein: Wegzug der Familie Kevin Matthia (eine der beiden Gründerfamilien)

2014 - Gründung des Vereins und Einsetzung von zwei Ältesten

1986: Obwohl die ersten Gottesdienste der Bibelgemeinde erst im Frühjahr 1994 abgehalten wurden, geht die Geschichte der Gemeinde noch weiter zurück. Im Jahr 1986 war der Amerikaner Bradley McKenzie im Rahmen einer Deutschlandreise mit seiner Schwiegerfamilie Matthia nach Berlin gefahren und hatte zweimal dort übernachtet. Auf der Heimfahrt nach Süddeutschland fuhr die Familie nicht über Hof nach Süden, sondern über Helmstedt und Braunschweig in westlicher Richtung zurück in die damalige BRD. Während dieser Fahrt auf der Autobahn schaute Bradley nach Süden zum Fenster hinaus und erblickte Wohnhäuser auf der linken Seite. In diesem Moment wurden in Bradleys Herz Worte wach, die ihm sein Vater vor Jahrzehnten gesagt hatte, als er noch ein Junge war. Damals war die Situation ähnlich, nur der Ort war ein gänzlich anderer. Damals fuhr die Familie McKenzie in der Nähe von Chicago im Bundesstaat Illinois (USA) an großen sozialen Wohnhäusern vorbei. Auf diese Gebäude hinweisend sagte der Vater damals: "Jungs, jedes der Gebäude drüben ist für sich ein Missionsfeld." Diese Worte hatten Bradley damals schon geprägt, und jetzt im Vorbeifahren an Magdeburg dachte er: "Jedes der Gebäude drüben ist für sich ein Missionsfeld." Nur leider konnte er nicht dorthin, denn damals war Deutschland noch geteilt; ohne eine besondere Erlaubnis durfte man die Autobahn, also die Transitstrecke Westberlin-BRD, nicht verlassen. Selbst die Parkplätze entlang der Autobahn wurden streng überwacht. Also fuhr die Familie an Magdeburg vorbei, von den meisten im Auto unbeachtet, doch da betete einer still in seinem Herzen: "Herr, ich kann nicht zu jener Stadt, aber sie braucht doch dein Evangelium. Schicke bitte jemanden mit deiner guten Botschaft, der der Stadt von Jesus erzählt." Das nicht genug, bekam Bradley ein Verlangen in seinem Herzen, sich dem Herrn neu auszuliefern und sich ihm neu zur Verfügung zu stellen. Still für sich und mit feuchten Augen, von den anderen Autoinsassen unbemerkt, betete Bradley: "Und, Herr, ich weiß, ich habe es dir schon oft gesagt, aber jetzt wollte ich es dir nur noch einmal sagen: Bitte gebrauche mich, wo du willst. Irgendwo gibt es eine Stadt, in der du mich gebrauchen kannst und willst. Zeige mir nur wo!" Es war eine schöne Zeit der innigen Gemeinschaft mit dem Herrn, auf die Erhörung meines Anliegens mußte ich aber noch einige Zeit warten.

Einige Jahre später, 1994, führte der Herr Bradley und und seine Frau Krischa nach Deutschland zurück, damit sie sich dort in einer Stadt niederlassen. Bradley musste in Berlin einige Behördengänge erledigen. Dann, während der Fahrt zurück nachhause, schaute er auf der linken Seite aus dem Auto heraus und erspäte, was er schon damals vor acht Jahren gesehen hatte. Zunächst kam es ihm wie ein Déjà-vu-Erlebnis vor. Doch dann wurde ihm auf einmal klar: "Wow! Der Herr hat mein damaliges Gebet erhört und mich genau in die Stadt geschickt, für die ich damals gebetet habe!  Ich wohne jetzt dort! So ist der Herr, sagenhaft!"

1993: Nun, wie kam es dazu? Schon während ihres Studiums hatte der Herr Bradley McKenzie und Kevin Matthia das Anliegen auf das Herz gelegt, gemeinsam eine Gemeinde zu gründen. Von der "Mount Calvary Baptist"-Gemeinde in Greenville (South Carolina, USA), ordiniert und zu diesem Zweck ausgesandt zogen sie zuerst nach Tübingen, um dort in der Freien Christlichen Gemeinde mit Kevins Vater, Jürgen Matthia, zusammen zu arbeiten. Während Bradley die deutsche Sprache erlernte, die Kevin bereits fließend beherrschte, engagierten sich die Familien der beiden in der Jugendarbeit,  Bradley diente außerdem als Chordirigend. Nach einem Jahr fingen die beiden an, Erkundungsreisen zu unternehmen, um zu erkennen, wo der Herr sie gebrauchen wollte. Sie reisten nach Kirchberg in Sachsen und sprachen dort mit dem langjährigen Evangelisten in der DDR und Mitarbeiter des Missionswerkes Werner Heukelbach, Dieter Weidensdörfer. Dieter breitete auf seinem Tisch eine Karte von Ostdeutschland aus. Die beiden jungen Männer waren davon überzeugt, dass der Herr die Mauer nicht grundlos zu Fall gebracht hat und dass sie auf jeden Fall in Erwägung ziehen sollten, ob der Herr sie nicht in den neuen Bundesländern gebrauchen wollte. Also zeigte ihnen der Evangelist Dieter Weidensdörfer, wo es biblische Gemeinden und Hauskreise im Gebiet der ehemaligen DDR gab und wo solche noch nicht existierten. Insbesondere wies er damals auf Magdeburg hin. Doch die beiden Männer wussten, dass es dort schon eine Brüdergemeinde gab und deshalb setzten sie ihre Ehre "darein, das Evangelium zu verkündigen, nicht da, wo Christus [bereits] genannt worden [war], damit [sie] nicht auf eines anderen Grund baue[n]." (Römer 15,20). Also versuchten sie einige Monate lang, Zugang in verschiedenen anderen Städten zu bekommen, allerdings war damals die Lage auf dem Wohnungsmarkt noch sehr schwierig und dadurch war es nicht einfach, eine Wohnung zu bekommen. Selbst dort, wo man bereit war, ihnen die Leitung einer bereits bestehenden Gemeinde zu übergeben und sich sogar der Bürgermeister für sie einsetzen wollte, standen sie am Ende doch vor verschlossenen Türen. Dann haben sie es doch noch einmal mit Magdeburg versucht. Mit auf die Reise ging damals auch Kevins Vater und Bradleys Schwiegervater, der Gemeindegründer Jürgen Matthia. Er war davon überzeugt, dass Erfurt die richtige Stadt wäre, denn dort hatte er Verwandte, außerdem hatte er dort vor Jahrzehnten eine Ausbildung zum staatlich geprüften Landwirt absolviert. Kevin und Bradley waren aber- unabhängig voneinander- eher von Magdeburg überzeugt. Nachdem sie wieder von der Erkundungsreise zurückgekehrt waren, besprachen sie die Lage mit ihren Frauen. Bradley sagte: "Kevin, obwohl ich den Eindruck habe, du willst nach Erfurt, fühle ich mich viel eher nach Magdeburg hingezogen." Daraufhin platzte es aus Kevin heraus: "Was! Ich dachte DU wolltest nach Erfurt, ich aber wollte nach Magdeburg!" Aus Respekt vor der Meinung des (Schwieger-)Vaters ließen sie jedoch gleichlautende Zeitungsanzeigen in Erfurt und in Magdeburg veröffentlichen: "Pastor mit Familie sucht Wohnmöglichkeit." Hierdurch wollten sie den Herrn entscheiden lassen und feststellen, welche der beiden Städte es sein sollte. Aus Erfurt kam dann gar keine Reaktion, in Magdeburg und Umgebung ergaben sich einige Angebote.

1994: In kürzester Zeit hatte der Herr beiden Familien einen Wohnsitz gegeben. Während Kevin Matthia ein Haus im nahe bei Magdeburg liegenden Dorf Niederndodeleben für seine Familie renovierte, hatte der Herr der Familie von Bradley McKenzie eine bereits teilsanierte Wohnung zur Verfügung gestellt. In der Folge fingen die Arbeiter an, sich sonntags zum Gottesdienst in der Wohnung von Familie McKenzie zu treffen. Meistens predigte Bradley damals das Wort Gottes, denn die Renovierung seines Hauses lastete Kevin damals voll aus. Claudia, eine Bekannte aus Tübingen, zog bald darauf in ihre alte Heimat nach Magdeburg zurück und begann, mit ihren Eltern die frisch gebackene "Gemeinde" zu besuchen. Hinzu kam auch noch eine ältere Dame aus der Nachbarschaft, die sonntagsfrüh von der Straße aus den Gesang hören konnte, während sie zur Kirche ging. "Was machen Sie denn dort oben?" wollte sie wissen. Bradley erklärte ihr, was dort vor sich ging, worauf sie entgegnete: "Ich bin nächsten Sonntag da!" Seither hat sie nur einmal gefehlt, sonst war sie immer treu in den Gottesdiensten dabei. Bald kamen auch noch andere Leute hinzu. Improvisieren war in dieser Anfangszeit der Gemeinde notwendig, und so bildete die erste Kanzel ein Tisch, auf dem eine Klappbox stand, verhüllt mit einer Tischdecke.

1996: Bald suchte die kleine Gemeinschaft neue Räume. Noch war die Situation in dieser Hinsicht alles andere als rosig in Magdeburg. Der Sohn eines Magdeburger Ehepaares in der Gemeinde fand jedoch für die kleine Gruppe eine Wohnung, in der dann zwei Zimmer miteinander verbunden wurden, indem man eine Innenwand entfernte.

1998: Nach kurzer Zeit wurde eine andere Wohnung im Erdgeschoss des Seitenhauses desselben Wohngebäudes frei, in der dann die Kinderstunde (Sonntagsschule) abgehalten wurde. Dort konnten gelegentlich auch Studenten aus der Gemeinde kostenlos wohnen, die sehr dankbar für diese Unterstützung waren.

Diese Phase dauerte etwa 11 Jahre. Während dieser Zeit gab es sowohl Wachstum als auch Verkleinerung der Gemeinde. Dann aber kam eine Zeit, in der der vorhandene kleine Gemeinderaum oft einfach nicht mehr ausreichte, sodass manche Gottesdienstbesucher in angrenzenden Zimmern Platz nehmen mußten.

Eine Zeit lang wurde in der Gemeinde zusätzlich am Sonntagnachmittag das IBF (International Bible Fellowship) durchgeführt, denn in dieser Zeit gab es besonders viel Interesse für Gottesdienste in englischer Sprache. Interessanterweise gingen dann innerhalb kurzer Zeit alle Studenten und Studentinnen, die am englischsprachigen Gottesdienst teilgenommen hatten, in andere Städte oder Länder. Dieser Dienst ist, zumindest für die absehbare Zukunft, nun nicht mehr notwendig.

Freitags hat es einige Jahre lang einen Jugendtreff in der Gemeinde gegeben. Auch wenn dies ein guter Dienst war, hat er sich doch als ineffektiv erwiesen. Zwar hatten die Jugendlichen regelmäßig eine gute Zeit für Spiele, Andachten, Singen und Geselligkeit, doch die Gemeindeleitung war davon überzeugt, dass dieselben geistlichen Effekte bei den Jugendlichen auch auf anderen Wegen- und dazu auch noch mit weniger Aufwand- zu erreichen wären. So wurde der Jugendtreff eingestellt. Anstatt auf Unterhaltung zu setzen, wurde die Jugend vielmehr in den Alltag und das Gemeindeleben integriert, was sich durchaus als nützlich erwiesen hat. Die Aktivitäten finden nun in den Familien statt. Die älteren Jugendlichen werden früher in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen und integriert, mit dem Ergebnis, dass die geistliche Reife der Jugend offensichtlich wächst und die Jugendlichen zunehmend mehr auf Dienste und auf andere Menschen ausgerichtet sind, als nur auf sich selbst und den eigenen Spaß.

2007: Etwa ab diesem Zeitpunkt waren dann die alten Räume oft dermaßen ausgelastet, dass man sich ernsthaft nach neuen Räumen umschauen musste. Seit Jahren betete man man in der Gemeinde für Räume in Magdeburg-Stadtfeld, die ausreichend groß, bezahlbar, gut zugänglich und mit ausreichend Parkplätzen ausgestattet waren. Statt immer wieder einen Raum zu mieten, in dem der Chor der Bob Jones University (USA) singen konnte, schien es an der Zeit zu sein, das jährliche Konzert in den eigenen Räumen stattfinden zu lassen. Und dann standen auch noch die Evangelisation mit Wilfried Plock (KfG) und eine Hochzeit in der Gemeinde bevor, für beides benötigte man größere Räumlichkeiten. Im Rahmen eines Gemeindetages im Frühjahr besichtigten die Geschwister der Gemeinde dann Räume in der Maxim-Gorki-Str. 31/37. Dort bildeten sie auch einen großen Kreis, beteten und sangen. Es war ein großer Schritt, und die Zustimmung war etwas verhalten, jedoch einmütig. Denn schließlich schien nun tatsächlich die Zeit gekommen zu sein, im Vertrauen auf den Herrn die höheren Mietkosten anzunehmen und das zu tun, was dem Wachstum der Gemeinde dienen konnte, denn solange man in den kleinen Räumen blieb, war ein weiteres Wachstum so gut wie ausgeschlossen.

In den Jahren nach dem Einzug in die neuen Räume wurde die Bibelgemeinde jedoch in gewisser Weise geprüft. Durch die hohe Arbeitslosigkeit in Magdeburg und andere Faktoren - dem Herrn sei Dank jedoch nicht etwa wegen Unfrieden in der Gemeinde - verließen etliche Gemeindemitglieder die Stadt und damit auch die Gemeinde. Vor kurzem verabschiedete sich auch die Familie Matthia (eine der beiden Gründerfamilien), da sie vom Herrn in einen anderen Dienst nach Thüringen berufen wurde, und demnächst wird auch Familie King uns verlassen, die ebenfalls an einem anderen Ort eine neue Gemeinde gründen möchte. Der Herr hat jedoch die Gemeinde, wenn es auch mitunter eng wurde, weiterhin auch finanziell versorgt, wofür wir ihm sehr danken. Auch fügte der Herr immer wieder neue Geschwister der Gemeinde hinzu.

2009: In diesem Jahr hat eine wichtige Entwicklung stattgefunden. Vielleicht vor allem deshalb, weil eine der aktivsten Familien weggezogen ist und wir dadurch noch verschärfter die Abhängigkeit vom Herrn fühlten, haben die Männer der Bibelgemeinde begonnen, sich zusätzlich am Samstagabend zum Gebet zu treffen, um den Segen des Herrn für seine Gemeinde und von ihm Reinigung und Erweckung zu erbitten.

Wir wissen um unsere Abhängigkeit vom Herrn, was das Wachstum und das Gelingen auf geistlichem Gebiet betrifft. Wir wollen auf diese Weise die besagte Abhängigkeit zum Ausdruck bringen, in der Hoffnung, er möge uns und die anderen biblischen Gemeinden unserer Stadt reichlich segnen. Es wird sich zeigen, ob diese Praxis nicht einen Wendepunkt in der Gemeindegeschichte an diesem Ort einleitet. Auf jeden Fall markiert sie für Pastor McKenzie einen Neubeginn hin zu einer neuen und bewussten Abhängigkeit vom Herrn.

2014: Zum 25. Jahrestags der deutschen Einheit wurde der Verein Bibelgemeinde Magdeburg e.V. offiziell gegründet und nach gründlicher Untersuchung ihres Charakters und ihrer Qualifikationen, wie diese in der Bibel vorgeschrieben sind (1.Timotheus 3 und Titus 1), wurden Älteste eingesetzt. Die jetzigen Älteste der Gemeinde sind Alexander Mantay und Bradley McKenzie.

Möge die weitere Geschichte der Bibelgemeinde Magdeburg zur Verherrlichung dessen dienen, der sie sich mit seinem eigenen Blut erworben hat! (Apostelgeschichte 20,28)

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